Kiem Pauli: Ein wesentlicher Volksliedsammler
* 25. Oktober 1882 in München; † 10. September 1960 in Wildbad Kreuth

Als ich als Radiomacher begann, immerhin auch schon einige Jahre her (2018), war mir der Kiem Pauli (Bild links) als Begriff nicht bewußt bekannt. Doch nach und nach, insbesondere mit dem Projekt Almsommer2024, tauchte bei meinen Recherchen über den „singenden Wölfl“ Sepp Reisenbichler, immer wieder der Name Kiem Pauli (oder: Kiem-Pauli, eigentlich Emanuel Kiem, 1882-1960) auf. Und so begann ich mich für diesen bayerischen Volksliedsammler und seine Leistungen mehr und mehr zu interessieren, wobei die Faszination für diesen Menschen in mir deutlich zunahm.
Eine der Spuren führte mich an den Tegernsee, wo der Kiem Pauli einst zu Hause war und andererseits zu einem Volksmusikarchiv in Bayern, wo sich der gesamte Nachlaß des Sammlers befinden soll. Am Tegernsee traf ich mit Beni Eisenburg, der mir viel vom Kiem Pauli erzählen konnte und der ihn sogar als Kind selbst mehrmals begegnete. Beni zeigte mir das Grab am Friedhof in Kreuth und weckte mein Interesse noch mehr, als es ohnehin schon tat. Das Steyerische Raspelwerk, das der Pauli einst vom Dichter Ludwig Thoma erhielt, brachte mich auf die Spur des Wiener Industriellensohns Konrad Mautner. Doch schon bald, nach zwei oder drei Besuchen am Tegernsee waren die Quellen für mich dort so gut wie versiegt – schade! (und ich sollte mich täuschen…)
Die (eine) Wende?
Mit einer starken Hartnäckigkeit ließ ich es nicht auf mir sitzen, daß ich – wie natürlich viele andere Interessierte auch – keinen Zutritt oder Zugriff auf den offiziellen Nachlaß bekomme, was nun in verständlicher Weise wegen einer völligen Umstrukturierung des Archivs mit Neuordnung und Digitalisierung klarer wird. Und dann bin ich auf einen Hinweis gestoßen, dem ich nachging. Briefe, Bilder und diverse Korrespondenzen von, über und mit dem Kiem Pauli wären aus einem anderen Nachlaß zu erwerben. Das bedeutete für mich entweder zu handeln oder zu vergessen. Ich habe gehandelt und bin seit Anfang September 2025 im Besitz dieser einzigartigen Sammlung, die es nun aufzuarbeiten gilt, und zu dokumentieren und archivieren. Ich glaube, die Zeit der kommenden langen Winterabende dürfte für heuer zu kurz werden…
11.9.2025: So viel kann ich nach der ersten Durchsicht bereits feststellen, es sind hochinteressante Dokumente dabei, die mich in meiner Recherche sicher ein Stück weiterbringen werden. Ich werde hier von Zeit zu Zeit den aktuellen Stand der Dinge festhalten…
17.9.2025: Jetzt ist einmal alles erfaßt, was ich da in meine Hände bekam. Fotos, Postkarten und Briefe, großteils mit Kuverts und einige mit zusätzlichen Inhalten. Die Briefe sind vorwiegend vom Kiem Pauli handgeschrieben und sehr persönlich formuliert. Über die Empfänger dieser Briefe möchte ich derzeit noch nichts veröffentlichen, nur so viel, daß aus den Inhalten doch die eine oder andere bisher unbekannte Information hervorgeht.
10.10.2025: Das Zuordnen und Archivieren schreitet hurtig voran und es konnten bereits die ersten unbekannten Punkte geklärt werden. Ein weiterer wichtiger Schritt wird demnächst sein, wenn ich wieder einmal an den Tegernsee fahre und mich dort vorort nach weiteren offenen Punkten umsehe. Dabei treffe ich mich mit Menschen, die mir diese oder die andere Antwort auf meine offenen Fragen hoffentlich geben werden können. Ich muß sagen, es ist und bleibt spannend…
15.11.2025: Mein Aufenthalt am Tegernsee war mehr als erfolgreich. Alles was ich geplant hatte, konnte ich auch umsetzen und sogar auch Ungeplantes. Reich an neuen Erfahrungen waren die letzten Tage seit meiner Rückkehr geprägt durch die Aufarbeitung und Einordnung dieser. Und das ist noch lange nicht abgeschlossen…