Mautner

Konrad Mautner, der Grundlseer Wiener

Wenn man von Konrad Mautner spricht, kommt einem unmittelbar das Steyerische Raspelwerk in den Sinn. Doch dieses Werk ist nur eines von vielen, die auf den Wahlsteirer zurückzuführen sind.
Als zweiter Sohn des Wiener Textil-Großindustriellen Isidor Mautner und dessen Frau Jenny (geborene Neumann) am 23.2.1880 in Wien als Conrad David Mautner geboren, zeigte sich bereits in frühen Jahren das prinzipielle Desinteresse am Geschäft seines Vaters. Durch viele Aufenthalte in Gößl am Grundlsee im Ausseerland wurde sein Interesse vielmehr in die Volkskultur geweckt, sodaß Mautner im Jahr 1909 seinen Lebensmittelpunkt überhaupt an den Grundlsee verlegte. Mitunter durch die Heirat mit seiner Cousine Anna Neumann, aus dieser Ehe fünf Kinder hervorkamen, eines davon starb bereits als Kleinkind.
Rund um den Grundlsee entstanden immer mehr und gute Freundschaften mit Einheimischen und Mautner engagierte sich im regionalen Lebensablauf. Er gründete bereits 1909 einen Trachtenverein und organisierte dabei Trachtenfeste und veröffentlichte viele Studien über das Brauchtum im Ausseerland und auch dessen zahlreiche Lieder. Das Steyerische Raspelwerk verfaßte Mautner im Jahr 1910 und enthielt Lieder, Vierzeiler und Gasselreime aus Gößl am Grundlsee. Ein einzigartiges Werk, das in seiner Aufwendigkeit kaum zu überbieten ist und für dessen Herstellung Konrad Mautner bei seinem Vater eine Vorfinanzierung erbat. Insgesamt nur 400 einzeln durchnummerierte Exemplare, grad einmal ca. 16×12 cm im Format und 372 Seiten stark sind erschienen, die Mautner vorwiegend in seiner Nachbarschaft am Grundlsee verteilte. Ein Exemplar kam an den bayerischen Tegernsee zum Dichter und Schriftsteller Ludwig Thoma, der sein Exemplar am Weihnachtsabend 1919 dem Kiem Pauli überließ. Überliefert sind die Worte Thomas, die damals in dem Zusammenhang gefallen sein sollen: „Bleibens nur da, für eahne hots Christkindl a was untern Baam glegt, wissens, bei mir steht‘s tot, bei Eahna wird’s lebendig“.
Weitere Publikationen und Forschungen entstanden durch die Zusammenarbeit mit dem Volkstumsforscher Viktor Geramb, Wilhelm Kienzl und Viktor Zack.
Nach Mautners Tod am 15. Mai 1924 wurde er am Wiener Friedhof Pötzleinsdorf begraben, am 6. August 2010 wurden die sterbliche Überreste exhumiert und auf dem Ortsfriedhof in Grundlsee wiederbestattet. Das Grab in Wien wurde aufgelassen.
Eine weitere Radiosendung mit einem interessanten Interview mit Pamela Tapolcai, der Großnichte von Konrad Mautner gibt es im CBA-Radioarchiv zum Nachhören!

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