Almsommer

Almsommer mit mehreren Namen

So wie es nicht nur einen Almsommer gibt, so gibt es auch bei meinen Projekten mehrere Almsommer. Angefangen hat es mit dem „Goiserer Almsommer2024“.
Almsommer2024“ stand bis Ende 2022 für ein besonderes Projekt, ursprünglich primär auf den Sepp Reisenbichler ausgerichtet. Wegen der Eigenartigkeiten rund um die Kulturhauptstadt 2024 habe ich das Projekt kurzerhand in „Goiserer Almsommer“ umgetauft. Mit dem geplanten, eigentlichen Abschluß meines Projektes im Mai 2024 habe ich auch die Publikationen darüber eingestellt. Doch dann…
… erst dann ging es aber richtig los. Dachte ich vorerst, mit dem erreichten Ende des Projektes werde ich wieder mehr Zeit für meine weiteren Interessen haben, wie etwa das Krippenbauen und Figurenschnitzen und natürlich auch für meine Radiosendungen, so führten mich meine Wege mehrmals nach Bayern an den Tegernsee, wo ich immer wieder auf die Spuren des Kiem Pauli stieß und die mich nicht zur Ruhe kommen lassen wollten.
Erst da wurde mir bewußt, daß ich da nicht einfach aufhören konnte, alles liegen und stehen lassen, nein das geht nicht! Und so fiel mit Anfang des Jahres 2026 für mich die Entscheidung, daß ich diesen Weg weiterverfolge. Den Weg der „Alpenländischen Volkskultur“, mit unseren angestammten Bräuchen, den wunderbaren Volksliedern und der kaum erschöpflichen Literatur, die da in den vergangenen rund 200 Jahren entstanden ist. Und ich begann wieder zu recherchieren und nachzukramen, es ist ja wie eine Sucht, die mich da überkommen ist – ach ja, natürlich ist auch dieser Bereich vollkommen ehrenamtlich!
Aus dieser Tätigkeit beziehe ich kein Einkommen irgendwelcher Form und komme völlig privat für meine Ausgaben in dem Zusammenhang auf. Und das ist nicht wenig, wenn man da einmal zum Rechnen beginnen würde. „Würde“ sage ich bewußt, denn wenn es heißt „ich würde“, so hat man es nicht getan und außerdem steht das Wort „Würde“ für mich im Vordergrund. Die „Würde“, mich für die Volkskultur einzusetzen und würde ich das nicht machen, so würde wahrscheinlich wieder vieles verloren gehen.
Vielleicht ist mir gerade deshalb der Kiem Pauli so sehr ans Herz gewachsen, weil grad dieser Mensch hat einen sehr großen Beitrag geleistet, daß unsere alpenländische Volkskultur heute noch so echt erhalten ist!
Wie wichtig ein Projekt „Almsommer2024“ ist und war, zeigte sich im März 2022. Da erhielt ich einen Anruf aus Bad Goisern mit der Mitteilung, daß es da eine gebundene, handschriftliche Aufzeichnung über den Sepp Reisenbichler gibt. Wenig später hielt ich diese Aufzeichnung über den „singenden Wölfl“ in meinen Händen und kam aus dem Staunen nicht heraus.

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine bislang nicht bekannte, bzw. vergessene Aufzeichnung von Josef Lichtenegger1 (1909 – 1935) aus dem Jahr 1928. Ein passionierter Ortshistoriker2 half dabei, die Spur zu diesem Sepp Lichtenegger zu finden. Hier ein Auszug aus dessen Nachsatz:
Ich habe diese handschriftliche Maturaarbeit über das Leben von Josef Reisenbichler Anfang März zur Abschrift erhalten. Der Autor dieser Maturaarbeit war anfangs nicht bekannt… . Es ist nur ein Datum mit 1928 angegeben. Ich erzählte das ..2.. und dieser stellte fest, daß es sich dabei nur um Josef Lichtenegger handeln kann.
Josef (Sepp) Lichtenegger wurde am 24.8.1909 in Goisern, Riedln 10, geboren (Pöschingermühle). Nach seiner Schulzeit wurde er zum Lehrer ausgebildet und war bis 1935 an 6 verschiedenen Schulen als Lehrer tätig, zuletzt in Mattighofen.
Er entwickelte sich auch zu einem der besten Bergsteiger und Kletterer seiner Zeit, bis er am 31.7.1935 mit seinem Begleiter Sepp Macherhammer das Matterhorn über den Zmuttgrat besteigen wollte und dabei ca. 200 Meter unter dem Gipfel beim Fotografieren, wahrscheinlich durch einen ausbrechenden Felsen, in die ca. 1000 m hohe Nordwand des Matterhorns abstürzte. Trotz mehrmaliger Suche konnte er bis heute nicht gefunden werden.
Zur Erinnerung an ihn ist im evangelischen Friedhof in Goisern an der Südseite der Leichenhalle eine große Marmortafel angebracht. Am Gipfel des Predigtstuhl befindet sich auch eine Erinnerungstafel, wo auch eine Kletterroute nach ihm benannt wurde.

Das sind ja Zufälle und ich bedanke mich bei allen Leuten, die mich auf diese Art und Weise unterstützen, meine Recherchen über Sepp Reisenbichler weiterzuführen und auf das eine oder andere noch nicht bekannte Dokument zu stoßen. Also liebe Leute, sucht weiter, jedes noch so kleine Fundstück kann wertvolle Hinweise in sich bergen…
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1 Durch einen ursprünglichen Interpretationsfehler wurde längere Zeit „Lüftenegger“ anstatt korrekt „Lichtenegger“ angenommen.
2 ich möchte hier aus bestimmten Gründen von einer Namensnennung absehen.

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